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Hapkido Seminar mit Grossmeister Bang in Ungarn,
Oktober 2007

 

Meister Bang kam mit seinem Schüler Trojan Sporea, der ihm für dieses Wochenende assistieren sollte, bereits am Freitagabend am Flughafen von Budapest an, von wo József Máté (Gergös und Szolts Vater) und ein Förderer des ungarischen Taekwondo, Lajosch Tarjan, sie abholten.

 

Vor dem Beginn des Seminars am Samstag fand mit dem lokalen Fernsehsender ein Interview statt und eine freundliche Dame übersetzte Meister Bangs Worte aus dem Spanischen ins Ungarische.

 
 
 

Gespannt warteten die Teilnehmer auf den Unterricht mit Meister Bang. Seine Partner während dieses Lehrgangs waren die Brüder Gergö und Szolt, mit denen Meister Bang seine Techniken demonstrierte. Als vielstimmiges Echo auf die Vorführung seiner Techniken hallten „Ohs“ und „Ahs“ durch die große Turnhalle, in der sich ca. 50 Aktive eingefunden hatten: so etwas hatten sie, zumal in dieser Perfektion, noch nicht gesehen. Viele der Teilnehmer waren erfahrene Taekwondo-, oder gar Hapkido-Schwarzgurte, denen so einfach nichts vorzumachen war. Gerade deshalb wussten sie seine Darbietungen zu schätzen. Die Aktiven machten ihrem Namen alle Ehre: sie waren äußerst engagiert und scheuten sich nicht, die ihnen ungewohnten Techniken mit aller Konsequenz durchzuführen. Mit lautem Krachen quittierte der mit Matten ausgelegte Boden den Aufschlag der Teilnehmer, nachdem sie in hohem Bogen von ihren Trainingspartnern durch die Luft geworfen worden waren.

 

Der erste Trainingstag begann mit Grundtechniken; dabei wurde den Anwesenden gezeigt, was alles möglich ist, wenn man sich einmal nicht an die üblichen Wettkampfregeln hält. Tritte auf die Finger, den Oberarm und den Unterschenkel haben durchaus schmerzliche und demoralisierende Auswirkungen auf den Gegner – und das ist erst der Anfang. Nach dem Tritt schnell das Ellenbogengelenk gehebelt und den Gegner mit einem Wurf zu Boden gebracht – fertig. An diesen Beispielen wurde klar, worum es im Hapkido geht: der Verbindung großer Kampfkunst mit einfachen - und mitunter gemeinen - Tricks und Kniffen, die in Summe eine optimale Selbstverteidigung ergeben.

 
 
 

Weiter ging es mit Auszügen aus der großen Bandbreite an Hebeln und Würfen. Dabei zeigte Meister Bang zwischendurch immer wieder - und manchmal schneller als man es bewusst wahrnehmen konnte - wie man die einzelnen Techniken, also Schläge / Tritte, Hebel und Würfe, zu komplexen und effektiven Kombinationen zusammenstellen kann. Auch kamen die Teilnehmer in den Genuss sehr „persönlicher“ Kontakte mit Meister Bang; an Freiwilligen (und das waren sonderbarerweise alle) demonstrierte Herr Bang seine Übungen zur Verdeutlichung gerne noch einmal.
Ein weiterer Höhepunkt, wenngleich nicht sportlicher Art, war der von József Máté organisierte Empfang beim Vizebürgermeister von Hódmesövásárhely am Samstagabend. Das Rathaus wurde von der Kaiserin „Sisi“ gestiftet und ist ein großer und prunkvoller Bau, der sich weithin vom Stadtbild abhebt. Der mächtige Rathausturm rankt sich steil in den Himmel und ist, darauf legen die Einwohner Hódmesövásárhelys Wert, höher als derjenige der benachbarten Stadt. Herr Vizebürgermeister István Almási hieß seine Gäste herzlich willkommen und überreichte ihnen Geschenke, die den kulturellen Reichtum seiner Stadt bezeugen. Als besondere Ehre durften wir den Prunksaal des Rathauses besichtigen, in dem unter anderem ein überlebensgroßes Porträt der Kaiserin Elisabeth (Sisi) hängt. Nach weiteren Erläuterungen zur Geschichte der Stadt und seiner bedeutenden Bürger verabschiedete uns der Bürgermeister.

 

Nachdem am ersten Tag die Grundlagen des Hapkido gelegt worden waren, ging es am zweiten um die Anwendung der Techniken in einem neuen Zusammenhang, z. B. bei der Abwehr von Faustschlägen oder Tritten. Auch die Abwehr von Angriffen mit dem Messer wurde geübt, wobei wiederum auf die Grundlagen des Vortages zurückgegriffen wurde.
Langsam erschlossen sich den Aktiven die Zusammenhänge dieser umfassenden Kampfkunst und sie begannen, selber mit den neuen Techniken zu experimentieren.

 
 
 

Zum Abschluss der beiden Trainingstage gaben Meister Bang, Trojan Sporea und Gergö und Szolt Máté je eine spontan zusammengestellte Vorführung. Explizit ging Meister Bang dabei auf die Unterschiede im Hapkido- und Taekwondo-Wettkampf ein. Er stellte einige typische Taekwondo-Kampfsituationen dar und erläuterte, wo das Taekwondo aufhörte und das Hapkido begann. Aus dem „Clinch“ der Kämpfer kann im Taekwondo-Wettkampf nicht weitergekämpft werden, es sei denn, man löst sich aus dem Clinch selber. Das Hapkido aber kennt vielfältige Möglichkeiten, aus dieser Situation „etwas zu machen“. Genauso darf man das Bein des Gegners, z. B. nach einem Paltung Chagi, festhalten und ihn werfen. Aus Meister Bangs Vorführung wurde so den Anwesenden deutlich, welche umfassende Kampfkunst Hapkido darstellt.

 

Einerseits froh, dass der Lehrgang - und damit der Schmerz - ein Ende hatte, andererseits aber enttäuscht, dass der Spaß vorbei war, verabschiedeten sich Großmeister und Teilnehmer am Sonntag mit einem herzlichen Applaus voneinander, mit der Hoffnung, sich im nächsten Jahr wiederzusehen.

 

Den Veranstaltern dieses Seminars, József Máté, seinen Söhnen Gergö und Szolt, sowie Lajosch Tarjan, sei an dieser Stelle noch einmal herzlich für ihre Gastfreundschaft und die reibungslose Organisation gedankt!

 
 

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